Über die Höhe der Auszahlung entscheidet selten die Meinung des Gutachters, sondern fast immer die Qualität der Dokumentation. Eine Versicherung kürzt Positionen, die sich nicht belegen lassen, und akzeptiert Positionen, die lückenlos festgehalten sind. Diese Seite zeigt an Aufnahmen aus echten Terminen in Essen und Umgebung, wie eine Schadensaufnahme abläuft und was jedes einzelne Bild später beweisen soll. Der Ablauf ist bei jedem Termin derselbe, ob in Essen-Altenessen, in Essen-Rüttenscheid oder in einer Werkstatt in Gelsenkirchen.
Ein Schaden existiert für die Versicherung nur in dem Umfang, in dem er nachweisbar ist. Wird ein Fahrzeug repariert, bevor es aufgenommen wurde, lässt sich der ursprüngliche Zustand nicht mehr rekonstruieren. Fehlt eine Aufnahme des Endstands auf der Fahrbahn, wird der Hergang angreifbar. Ist ein Vorschaden nicht getrennt erfasst, gerät das gesamte Gutachten in Zweifel. Deshalb dauert die Aufnahme vor Ort zwanzig bis fünfundvierzig Minuten und nicht fünf.
01 · Gesamtaufnahme
Zuerst wird das Fahrzeug vollständig von allen vier Seiten aufgenommen, dazu Kennzeichen, Fahrgestellnummer und Kilometerstand. Damit steht fest, welches Fahrzeug in welchem Zustand begutachtet wurde und wann.
02 · Schadensvermessung
Auf vielen Aufnahmen liegt ein Messstab am Fahrzeug. Er belegt die Höhe der Beschädigung über der Fahrbahn. Diese Zahl ist entscheidend, wenn später gestritten wird, ob die Schäden beider Fahrzeuge zueinander passen. Ohne Maßstab ist ein Foto nur ein Bild, mit Maßstab ist es ein Beweismittel.
03 · Detailaufnahmen
Jede beschädigte Stelle wird aus mindestens zwei Richtungen und aus unterschiedlicher Entfernung fotografiert. Kratzer, Verformungen, gerissene Halterungen und abgeplatzter Lack werden einzeln erfasst.
04 · Prüfung auf Vorschäden
Anschließend wird das gesamte Fahrzeug auf frühere Reparaturen untersucht. Nachlackierungen, unterschiedliche Spaltmaße und ausgetauschte Teile werden festgehalten und vom aktuellen Unfallschaden getrennt.
05 · Verdeckte Schäden
Was hinter dem Stoßfänger oder unter der Verkleidung liegt, zeigt sich oft erst bei der Demontage. Wo Anhaltspunkte bestehen, wird das Fahrzeug in der Werkstatt nachbesichtigt.
Bei einem gewöhnlichen Auffahrschaden kommen schnell fünfzig bis achtzig Fotos zusammen, bei größeren Schäden deutlich mehr. Ins Gutachten wandert davon nur eine Auswahl, der Rest bleibt archiviert. Das klingt nach viel, hat aber einen einfachen Grund: Was nicht fotografiert wurde, existiert für die Regulierung nicht, und nachträglich lässt sich keine einzige Aufnahme mehr erzeugen. Die Kamera kostet Minuten, ein fehlender Beleg kostet Geld.
50–80
Fotos je Begutachtung
20–45
Minuten vor Ort
4
Seiten Gesamtaufnahme
Die Aufnahmen auf dieser Seite stammen aus abgeschlossenen Fällen. Zu sehen sind unter anderem eine Schadensvermessung an einem BMW 5er, die Höhenvermessung eines Türschadens, die Dokumentation einer beschädigten Fahrzeugfront direkt am Unfallort sowie eine Nachbesichtigung auf der Hebebühne. Kennzeichen und personenbezogene Angaben sind auf allen Bildern unkenntlich oder nicht erkennbar. Veröffentlicht wird nur, wofür eine Zustimmung vorliegt.
Der Schadensumfang lässt sich nur noch aus Rechnungen ableiten. Wertminderung und Nutzungsausfall sind dann kaum durchsetzbar.
Die Schadenshöhe ist nicht belegbar, und die Gegenseite kann bestreiten, dass die Schäden zueinander passen.
Einzelne Positionen fallen bei der Prüfung durch die Versicherung heraus, weil sie nicht sichtbar dokumentiert sind.
Die Versicherung wirft alte und neue Schäden zusammen und kürzt pauschal.
Verdeckte Schäden tauchen erst in der Werkstatt auf, sind dann aber nicht mehr Teil des Gutachtens und müssen einzeln nachgemeldet werden.
Die vollständige Fotodokumentation wird aufbewahrt, nicht nur die Auswahl, die im Gutachten landet. Meldet sich die Versicherung Monate später mit Rückfragen oder taucht bei der Reparatur ein Punkt auf, der im Gutachten knapp behandelt wurde, lässt sich das Material erneut heranziehen. Für Kunden in Essen und im Ruhrgebiet bedeutet das: Ein Anruf genügt, auch lange nach Abschluss des Falls.
Alles, was Sie direkt nach dem Unfall selbst aufnehmen, ist wertvoll, auch mit dem Handy und auch ohne Maßstab. Der Endstand der Fahrzeuge auf der Fahrbahn lässt sich später von niemandem mehr rekonstruieren, denn spätestens nach einer halben Stunde ist die Unfallstelle geräumt. Bringen Sie diese Aufnahmen zum Termin mit oder schicken Sie sie vorab per WhatsApp. Sie ersetzen keine fachliche Dokumentation, ergänzen sie aber an genau der Stelle, an der ein Sachverständiger nie dabei sein kann. Selbst unscharfe Aufnahmen sind besser als keine, weil sie den Zeitpunkt und die Lage der Fahrzeuge festhalten.
Fotos per WhatsApp schickenJe früher dokumentiert wird, desto weniger lässt sich später bestreiten.